Abschied von Horst Winz

 

Warum das JUNI Magazin JUNI heißt? Die beiden Gründer sind beide im Juni geboren. Also nichts „Junger Niederrhein“ oder irgend etwas anderes Sinntragendes – vielleicht eben nur der Mangel an besseren Ideen. Die beste Idee, die seinerzeit – 1986 – einen „Sozialarbeiter“ und einen „Mediävisten“ zusammengebracht hat, war zweifelsohne die Gründung einer Zeitschrift, die anfangs als „Magazin für Kultur & Politik am Niederrhein“ firmierte, heute die Politik aber durch die Kultur ersetzt hat. Viele Ideen, die am Anfang standen, ließen sich nicht durchsetzen. Ein paar Sachen haben geklappt.
 

Die Wege von Horst Winz und JUNI trennten sich nach aufregenden Jahren, in denen unter anderem ein Verlag und ein ambitioniertes Kunstprogramm um die Zeitschrift herum entstanden waren, Anfang der 1990er Jahre. Der Verlag und das Kunstprogramm waren leider zusammengebrochen und auch die Zeitschrift blieb ein Zuschussunternehmen. Ab dem Heft 18/1993 hat der Verein für die Förderung von Kunst und Kultur in Mönchengladbach die Trägerschaft übernommen, Horst Winz war als Herausgeber ausgeschieden.
 

Seitdem ist viel Zeit vergangen: JUNI hat sich weiterentwickelt und heute steht Heft 59/60 vor der Veröffentlichung. Horst Winz hat sich aus dem wirtschaftlichen Desaster des JUNI Verlags irgendwie herausgewunden. In Duisburg hat er mit „Omma Paulas Kuchentraum“ einige Kuchenesser glücklich gemacht. Dass die Trennung nicht wirklich friedlich verlaufen ist und die Wege sich so entschieden getrennt haben, ist gerade aus der Sicht der späteren Jahre bedauerlich.
 

Um so trauriger stimmt uns jetzt die Nachricht, dass Horst Winz am 16. März im Alter von 71 Jahren verstorben ist. Wenigstens im Namen bleibt das JUNI Magazin ihm verbunden.
 
 

Die Herausgeber

Das JUNI Magazin erbittet Beiträge!

Und zwar zum Rundfunk der 1920er und 1930er Jahre, zum Hörspiel, zum Feuilleton, zu seinen Autor/innen, zu den Texten und zu ihrer Präsentation.

Lesen Sie, was wir wollen

Eine Fundgrube, ein Spielplatz, ein seriöser Haufen, in dem zu wühlen sich lohnt: das JUNI Magazin. Schwerpunkte haben wir mit jedem neuen Heft, und Sie können sicher sein, dass wir sie ganz allein aussuchen. Dabei nehmen wir gerne jede Hilfe an, vor allem bei dem Thema, das uns besonders ans Herz und den Kopf gewachsen ist, die Literatur und Kultur des frühen 20. Jahrhunderts. Dabei kennen wir viel Spaß, aber eine Menge interessanter Themen, die in den letzten Jahren in den JUNI wanderten.

Ein Traditionsunternehmen ist die Zeitschrift allemal. Seit 1986 erscheint sie in mittlerweile über 50 Ausgaben. Und eine Zeitschrift auf echtem gedrucktem Papier ist sie auch noch – aber nicht nur.

Sie finden auf dieser Website alle JUNI Hefte, die Sie bestellen können. Sie können Einzelbeiträge als pdf haben. Alle Besprechungen sind frei zugänglich und außerdem gibt’s noch ein paar Projekte und Texte, die den JUNI gesprengt hätten oder die raus sollen.

Ich lese gerne „Juni. Magazin für Literatur und Kultur.“ Hier werden mir immer wieder neue Texte und Analysen vorgestellt, die sich um Schriftstellerinnen der 1920/30er Jahre, wie Polly Tieck, Annemarie Schwarzenbach oder Ruth Landshoff drehen. Künstlerinnen und Autorinnen dieser Dekaden gilt mein besonderes Interesse.

Dr. Annelie Lütgens, Kunsthistorikerin